Auf leeren Strassen faehrt der Bus der Stadtgrenze von Havana entgegen. Wir reisen weiter – endlich. Drei Naechte in Havana waren dann doch ein bisschen lang. Unsere Reise fuehrt uns nun nach Santiago de Cuba, einmal quer durch das Land. 16 Stunden dauert die Fahrt, nur die ersten 3 davon gibt es eine Autobahn, danach fahren wir meist auf Landstrassen. Die Autobahn ist mit vier Spuren pro Richtung mehr als ueppig ausgestattet, wir ueberholen nur alle paar Minuten mal ein Auto. In der Gegenrichtung herrscht aehnlich dichter Verkehr.

Puenktlich um 07.15 Uhr erreichen wir Santiago und koennen uns endlich mal wieder etwas laenger die Beine vertreten. An den obligatorischen Taxifahrern am Ausgang geht es vorbei, auf der Suche nach der naechsten Bushaltestelle. Unser genaues Ziel heisst Playa Siboney, ein paar Kilometer oestlich von Santiago. Die Bushaltestelle ist schnell gefunden, nun heisst es warten – wie so oft in diesem Land.

Eine gute Stunde spaeter sagt eine Frau zu den anderen an der Haltestelle wartenden, dass es hier keinen Bus mehr gibt, die Wegbeschreibung zur naechsten Haltestelle gibt mein Spanisch dann doch nicht mehr her und eigentlich sind wir des Wartens auch muede. Also verhandle ich mit einem Kubaner den Preis fuer ein Taxi und keine 10 Minuten spaeter steigen wir in einen knallroten ‘30er Jahre Ford. Abgesehen von der Farbe koennte das Auto direkt aus einem Mafia-Film kommen.

Playa Siboney

Playa Siboney, ein kleiner Badeort, oestlich von Santiago de Cuba.

Siboney ist ein Dorf am Strand, es gibt hier nicht viel zu tun, ausser am Strand die Sonne und das warme, karibische Wasser zu geniessen. Eigentlich wollen wir hier auch nur eine Nacht verbringen und dann ein paar Kilometer nach Osten weiter wandern. Doch es sollte anders kommen.

Der naechste Tag beginnt bewoelkt, perfekt um ein paar Kilometer nach Osten zu wandern. Wir bekommen noch ein ordentliches Fruehstueck in unserer Casa Particular – ein privat vermietetes Zimmer – und machen uns dann auf den Weg.

Ein Geier begleitet einen Teil unseres Weges, durch Gaerten, voller Bananenstauden und Baeume, die Mangobaeume sein koennten. In einer der Pausen wird eine Herde Ziegen ueber die Strasse getrieben und so vergehen die 8km recht schnell.

Gegen Mittag erreichen wir Villa La Punta, unser Ziel. Im Hotel heisst es allerdings man koennte uns erst um 16.00 ein Zimmer vermieten und so heisst es wieder einmal warten. Wir ueberlegen zwar uns noch woanders umzusehen, allerdings gibt es in unmittelbarer Naehe nicht viel; um nicht zu sagen nichts. Also verbringen wir ein wenig Zeit im nationalen Verkehrsmuseum, gleich um die Ecke. Die Sammlung von etwa 30 mehr oder weniger alten Autos bietet allerdings maximal eine halbe Stunde Unterhaltung.

Auch die Echsen geniessen den Schatten

Eine schattige Pause am Bordsteinrand.

An einem schattigen Plaetzchen lassen wir die restlichen Stunden vergehen, ein paar Echsen leisten uns dabei Gesellschaft. Kurz vor vier, begeben wir uns also endlich zum Hotel, einen Sprung in den Pool schon vor Augen. An der Rezeption laesst man mich eine Weile warten, bevor mir die einzige englisch sprechende Angestellte eroeffnet, dass nun alle Zimmer vermietet waeren. Sie sagt noch etwas von einer grossen Gruppe und ihre Entschuldigung geht in der betont sachte zufallenden Tuer unter.

Etwas entnervt fassen wir einen neuen Plan. Wir fahren zurueck nach Siboney und hoffen, dass das Zimmer von gestern noch frei ist. Unterwegs wollen wir aber noch das Valle de la Prehistoria anschauen.

Im Valle de la Prehistoria gibt es eine Sammlung lebensgrosser Statuen aus Beton von Dinosauriern und anderen Urzeitwesen, wie z.B. Menschen.

T-Rex im Valle de la Prehistoria

Dieser T-Rex ist eigentlich ganz zahm...

Die drueckende Sonne und unsere Rucksaecke machen die Runde zwar anstrengend, aber trotzdem sind die Figuren ganz nett und wir haben unseren Spass. Nachdem wir das Mamut erlegt haben, ist sogar fuer Abendessen gesorgt.

Mamutjagd

Flo auf Mamutjagd im Valle de la Prehistoria

Auf dem Rueckweg nach Siboney haben wir noch einmal Glueck, ein Kutscher haelt fuer uns an und bietet uns an ein Stueck mitzunehmen. So sparen wir uns immerhin ein gutes Drittel des Weges. Als wir wieder in Siboney ankommen ist es bereits Abend, noch ein kurzer Augenblick des Bangens: Ist das Zimmer noch frei? Schon auf der Strasse werden wir erkannt und nach einer kurzen Erklaerung stehen wir wieder im Zimmer und bekommen ein Abendbrot angeboten. Und so bleiben wir also noch zwei Naechte in Siboney.